Mitteldeutsche Zeitung

Bericht vom 28.06.2003

Quelle Internet: http://www.zeitz.de/de/mein-zeitz/aktuelles-mz.html?mz_aid=1173

 

28.06.2003 - Gesungen, gesprochen, gemalt

Droyßig/MZ. Dem Dichter Ernst Ortlepp widmeten Schüler des Christophorusgymnasiums gestern einen Projekttag. Nach einem Einführungsvortrag durch den Vorsitzenden der Ortleppgesellschaft, Roland Rittig, befassten sie sich in Gruppen mit Werken des in Droyßig geborenen Dichters auf ganz unterschiedliche Weise. Am Ende präsentierten sie die Ergebnisse im Musikraum. Gerade dort, weil sie die Musikinstrumente - Flügel, Schlagzeug, Cello, Flöte, Gitarre und Violine - brauchten. Denn die erste Schülergruppe hatte zwei Texte vertont, sang zunächst ihre nachdenkliche Weise von Ortlepps "Was ich gewiss weiß".

Die Rezitatoren brachten die Vielfalt des Dichters - von politischer Lyrik, über Natur- bis zu religiösen Gedichten - zum Ausdruck. Die "Lateiner" unter den Droyßiger Schülern hatten eine Handschrift, die erst vor kurzem im Archiv der Universität Leipzig gefunden worden war, übersetzt. Es handelte sich um ein Bewerbungsschreiben Ortlepps aus dem Jahr 1836.

Die allgemeine geschichtliche Situation zur Lebenszeit des Dichters, der herrschende Liberalismus und die von Fürst Metternich betriebene Restauration, mit der fortschrittliche Dichtung unterdrückt, ja verboten wurde, skizzierte die Geschichtsgruppe. Schließlich hatten sich einige Schüler mit den Polenliedern und deren historischen Hintergrund, die Ortlepp sie schreiben ließ, befasst.

Auch Illustrationen zu Texten des Dichters lieferten die Schüler als Ergebnis des Projekttages. Gemeinsam mit Dr. Walter Weise, Ehrenmitglied der Ortlepp-Gesellschaft, hatten sie sie angefertigt. Roland Rittig freute sich darüber, dass die Droyßiger Schule den Vorschlag, sich mit dem Ortlepp zu befassen, aufgriff, empfiehlt das auch Zeitzer Schulen. In der Schublade verschwinden werden die Ergebnisse nun aber nicht. Wie Deutschlehrer Wolfram Pfeiffer sagte, sollen einige Interpretationen und auch Illustrationen in den Droyßiger Heften erscheinen.

Quelle: www.mz-web.de