A K T U E L L






Jahreshauptversammlung der Ernst-Ortlepp-Gesellschaft am 12.09.2015 in Droyßig

Entnehmen Sie Näheres dem Bericht der Mitteldeutschen Zeitung vom 11.09.2015.

Lesen Sie auch den Bericht der Mitteldeutschen Zeitung vom 14.09.2015 sowie einen Tagungsbericht auf zeitzonline.de über die Veranstaltung.




Veranstaltung am 24.06.2015 im Schloss Zeitz:
Das Jugendtheater Zeitz Karambolage zeigte „Höllenmaschine“ ‒ nach Ernst Ortlepps Poem „Fieschi“

Entnehmen Sie Näheres dem Bericht der Mitteldeutschen Zeitung vom 23.06.2015.

Lesen Sie auch den Bericht der MZ von Susanne Hiegemann vom 26.06.2015 über die Veranstaltung sowie den Blog-Beitrag von Raluca Denecke.




Zwei Veranstaltungen im November 2014: Schumann-Lieder und Bücherübergabe an die EO-Bibliothek in Zeitz

Die Mitteldeutsche Zeitung brachte einen Leserbrief von Frau I. Korwie über unsere Veranstaltung in Zeitz am 05.11.2014 im Torhaus des Schlosses Moritzburg, bei der Texte Ortlepps mit Musik von Robert Schumann kontrastiert wurden ‒ lesen Sie hier den Leserbrief über die gelungene Veranstaltung!

Unter dem Titel: „Raritäten schwarz auf weiß“ berichtete die Mitteldeutsche Zeitung am 28. November 2014 von der Bücherübergabe im Museum Schloss Moritzburg am 27.11.2014. Lesen Sie hier den gesamten MZ-Bericht.




Bericht und Vorbericht zu den Veranstaltungen am 25. und 30.10.2014

Die Mitteldeutsche Zeitung berichtete am 27.09.2014 über die Veranstaltung in Droysig, bei der Texte Ortlepps mit Musik von Robert Schumann kontrastiert wurden (beide Künstler kannten sich persönlich) ‒ lesen Sie hier den Bericht über die gelungene Veranstaltung!

Unter dem Titel: „Einladung an die Zeitzer Ortleppianer. Roland Rittig spricht zu Napoleonliedern“ weist die Mitteldeutsche Zeitung auf die Veranstaltung am 30.09.2014 in Schloss Möckern hin. Lesen Sie hier den gesamten Vorbericht.




Entdeckung der Neuen preußischen Soldaten-Lieder

von Ernst Ortlepp, Camburg 1855

Der Entdecker, unser Mitglied Manfred Neuhaus, schreibt dazu:
Warum erst jetzt? Mehr als 10 Jahre habe ich danach recherchiert, bis ich Ende Juli 2014 die Soldaten-Lieder wiederentdeckte. Zu Beginn meiner Recherchen hatten viele Archive und Bibliotheken ihre Tore zum allgemeinen Leihverkehr noch nicht geöffnet.
Ernst Ortlepp schrieb diese Soldaten-Lieder aus der Not heraus. Nach seiner Ausweisung aus Stuttgart (1853), angeblich wegen fehlender Geldmittel, lebte er vorübergehend bei seinem Bruder Moritz Wilhelm in Zahna, „am Rande des Unterganges“ und „in allerhöchster Not“, immer noch auf Unterstützung hoffend, wie aus seinen Briefen hervorgeht.


Widmung.

Dein Vorbild macht uns kühn und warm,
Und heilt von jedem Weh,
Du bist des Königs rechter Arm,
Die Seele der Armee.

Drum weiht, o Held, an Glanze reich,
Der Dichter Dir sein Lied,
Das schwinge sich dem Adler gleich,
Der in die Sonne sieht!

Aus der Einführung:

Am 26. Mai 1854 reiste seine Majestät König Friedrich Wilhelm IV. durch Zahna. Ernst Ortlepp, der sich in dem Ort bei seinem Bruder auf ein philologisches Examen vorbereitete, überreichte seiner Majestät ein Impromptu: Dem Könige von Preußen, neben seinen Fest- und Bettelgedichten eine weitere Huldigung, der er 1855 eine Sammlung von Neuen preußischen Soldaten-Liedern, Seiner Königlichen Hoheit dem Prinzen von Preußen gewidmet, folgen ließ.

Hier das Inhaltsverzeichnis mit den Titeln der einzelnen Gedichte.




Manfred Neuhaus: Wer war Johannes Paulus?

In manchen Bibliotheken wird Ernst Ortlepp in Verbindung gebracht bzw. sogar identifiziert mit einem (Dr.) Johannes Paulus; dieser Frage ist unser Mitglied Manfred Neuhaus explizit nachgegangen und kann hier die (negativen) Ergebnisse seiner diesbezüglichen Nachforschungen vorstellen.




Bericht vom Kolloquium zum 150. Todes von Ernst Ortlepp am 14.06.2014 in Zeitz

Um den 150. Todestag von Ernst Ortlepp würdig zu begehen, hatte der Vorstand ein breites Programm zusammengestellt, das im Museum Schloss Moritzburg Zeitz stattfand. Mitglieder und Gäste sind zu dieser Veranstaltung zahlreich erschienen.
Einen ausführlichen Bericht finden Sie auf dieser Seite.
In der Mitteldeutschen Zeitung vom 11.06.2014 stellte Angelika Andräs das Programm unserer Veranstaltung vor.




Band 8 der Schriftenreihe der Ernst-Ortlepp-Gesellschaft
Manfred Neuhaus: Dem Guten muss das Gute doch gelingen
Bibliographie zu Leben und Werk Ernst Ortlepps
Hrsg. von Anne Usadel und Roland Rittig (2014)

Informieren Sie sich über den Inhalt und Aufbau dieser Ausgabe mit der Einleitung des Autors.



Bericht der Mitteldeutschen Zeitung vom 25. November 2013
über die Bücherspende an die Ernst-Ortlepp-Bibliothek in Zeitz

Den gesamten Artikel finden Sie mit diesem Link auf der Webseite der MZ

Inzwischen können wir Ihnen die Artikel aus der gedruckten Ausgabe der Mitteldeutschen Zeitung vom 25.11.2013 hier insgesamt zur Ansicht zur Verfügung stellen.



Neuerscheinung 2013: Manfred Neuhaus ‒ Ernst Ortlepp und die Zensur

Aus dem Vorwort des Autors:
Es ist schon erstaunlich, wie viel Schriften von und über Ernst Ortlepp in den Archiven und Bibliotheken noch vorhanden sind. Durch meine andauernden Recherchen ist es mir gelungen, weitere Beiträge, auch zur Zensur, zusammenzutragen. Dazu gehören Akten, Berichte, Zeitungsartikel und vor allen Dingen bisher unbekannte Werke von Ernst Ortlepp, die er damals anonym herausgegeben hatte. Es wurde für ihn immer schwieriger, seine zeitkritischen Schriften zu veröffentlichen, ohne sich im Netz der Zensur zu verfangen. Die vorliegende Arbeit unterscheidet sich erheblich von der ersten Auflage »Tatsachen und Mutmaßungen über Ernst Ortlepp«. Ich habe den Text umstrukturiert, einige Passagen gestrichen, andere hinzugefügt und den fiktiven Tatortbefundbericht nicht wieder aufgenommen. Schwerpunkt ist jetzt »Ernst Ortlepp und die Zensur«. Dazu dokumentiere ich die Entwicklung der Zensur im Deutschen Bund, beschreibe die Organisation der Zensur in Preußen und Sachsen, skizziere das Leben und Schaffen Ernst Ortlepps in Leipzig, schildere seine Mitarbeit an der Zeitschrift Der Komet, in der er seine Gedichte publizieren konnte, zitiere eine Charakteristik der Censur, belege anhand der Zensurakten das Verbot seiner Gedichte und Schriften in Preußen, Sachsen, Württemberg und dem angrenzenden Ausland, dokumentiere entsprechende Zeitungsartikel, berichte aus preußischen Zensurakten von 1845 und ergänze die Ausgabe mit dem Faksimile des zensierten Pfingstgedicht für Europa, danach folgt eine Abschrift des Gedichtes Fieschi, ein poëtisches Nachtstück.

Manfred Neuhaus: Ernst Ortlepp und die Zensur. Eine Dokumentation. Druck und Verlag: epubli. ISBN-Nr.: 978-3-8442-6293-3, 139 S., 10,57 EUR



Bericht der Mitteldeutschen Zeitung vom 24.09.2012 über die Mitgliederversammlung der Ernst-Ortlpepp-Gesellschaft

Am Samstag, 22.09.2012, fand in Droyßig die diesjährige Mitgliederversammlung statt, zu welcher zur Freude des Vorstands die Mitglieder wieder zahlreich angereist waren. Nach dem Bericht des Vorsitzenden Roland Rittig über die Aktivitäten der Gesellschaft in der zurückliegenden Zeit standen dieses Jahr wieder die Wahlen zum Vorstand der Gesellschaft an; neben R. Rittig wurde Kai Agthe als weiterer Vorsitzender in den Vorstand gewählt, ebenfalls dem Vorstand gehört nunmehr auch Frau Anne Usadel als Schriftführerin an.
Natürlich wurden die künftigen Vorhaben angesprochen, insbesondere zur Gestaltung eines Kolloquiums zum 150. Todestag Ortlepps im Jahre 2014, mögliche Veranstaltungen im Zusammenhang mit der Luther-Dekade wie auch im Hinblick auf die Shakespeare-Übersetzungen Ortlepps.
Nach einer Kaffeepause las Manfred Neuhaus aus seinem neuen Buch (s. den Bericht unten), in welchem er die Ergebnisse seiner Forschungen und Ortlepp-Funde aus den letzten Jahren vorstellt.
Karin Grossmann berichtete in der Mitteldeutschen Zeitung am 24.09.2012 ausführlich und mit Fotos über unsere Mitgliederversammlung; gerne stellen wir Ihnen hier diesen MZ-Artikel zur Verfügung.



Bericht der Mitteldeutschen Zeitung vom 25.09.2012 zur Übergabe einer Rarität an die EO-Bibliothek in Zeitz

Am 25.09.2012 berichtete Angelika Andräs in einem weiteren Artikel der MZ ausführlich und bebildert über eine Bücherübergabe durch unseren Vorsitzenden Roland Rittig an die Ernst-Ortlepp-Bibliothek in Zeitz. Darunter befand sich auch eine echte Rarität ‒ ein verschollen geglaubter Erstdruck des Ortlepp-Gedichts „Osterlied für Europa“, das im April 1831 von der Zensur beschlagnahmt worden war. Hier finden Sie den gesamten Artikel der MZ, den Sie auch im Internet mit diesem Link zum MZ-Web aufrufen können.

Unter der Überschrift: Freude über kulturelles Kraftfeld berichtete Angelika Andräs in der MZ über eine weitere Buchübergabe an die EO-Bibliothek in Zeitz. Denn es konnte eine wertvolle Sammlung protestantischer Gesangbücher, die von Frau Fricke gestiftet wurde, dort einen würdigen Ort finden, um Forschung und Interessenten in der Zukunft zur Einsicht zur Verfügung zu stehen. Lesen Sie hier den gesamten Bericht der MZ.



SAMMLUNG: „ERNST-ORTLEPP-BIBLIOTHEK“ (MUSEUM SCHLOSS MORITZBURG ZEITZ)

Im Bestand der Museumsbibliothek befinden sich einige bibliophile Kostbarkeiten aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Zu den wertvollen Texten der Bibliothek gehören außerdem Handschriften und seltene Drucke des Dichters Ernst Ortlepp, der um 1860 mehrfach in der Landarmen- und Korrektionsanstalt im Zeitzer Schloss Moritzburg einsaß. Ernst Ortlepp (1800‒1864) hat einen wichtigen Platz in der engagierten Dichtung des 19. Jahrhunderts.

Lassen Sie sich Objekte aus der Sammlung: „Ernst-Ortlepp-Bibliothek“ anzeigen (derzeit 15 Objekte), die Frau Rittig bearbeitet und ins Internet gestellt hat – herzlichen Dank für diese gelungene interaktive Zusammenstellung!

Klicken Sie auf den obigen Link und besehen Sie die diversen Bücher und Lithos in allen Einzelheiten.



Bericht vom Ernst-Ortlepp-Tag 2010 in Zeitz

Bericht: Anne Usadel (Halle)

„Ich dichte fort“ – Der Ernst-Ortlepp-Tag 2010

Am 21. August, einem wunderschön sommerlich anmutenden Sonnabend, wurde der Ernst-Ortlepp-Tag 2010 in der Dom- und Residenzstadt Zeitz besonders feierlich von zahlreichen Mitgliedern, Freunden und interessierten Gästen begangen. Anlässlich des 210. Geburtstags des Dichters und des 10jährigen Bestehens der Ernst-Ortlepp-Gesellschaft lud das Museum Schloss Moritzburg Zeitz und die Ernst-Ortlepp-Gesellschaft e.V. zu diesem speziellen Ereignis ein. Die Tagung stand unter dem Motto:

„Ich dichte fort, bis dieses Leben schwindet
und bis der Fremde seine Heimat findet!
Wie trüb` der Tag, wie traurig auch der Ort:
Ich halte treulich aus – Ich dichte fort!“

Hierbei handelt es sich um eine Strophe aus Ortlepps Gedicht ››Ich dichte fort‹‹, das 1856 im Gedichtband ››Klänge aus dem Saalthal‹‹ erschien. Nichts kann das Leben Ernst Ortlepps treffender beschreiben als diese eindringlichen Verse. Er wurde am 01. August 1800 in Droyßig geboren und starb auf ungeklärte Weise am 14. Juni 1864 zwischen Pforte und Almrich. Weitere wichtige Lebensorte waren unter anderem Schkölen, Leipzig, Zeitz, Stuttgart und Naumburg. Ortlepp agierte als Schriftsteller, Übersetzer und Redakteur im 19. Jahrhundert. Als Dichter bevorzugte er die lyrische Form, wobei er politische Themen in den Vordergrund stellte, um so auf die Geschehnisse in Deutschland einzuwirken. Doch dies sollte ihm leider zum Verhängnis werden. Sein besonderes literarisches Talent wurde durch die zeitgeschichtlichen Ereignisse und die daraus resultierenden Folgen in der literarischen Welt zugrunde gerichtet und fast verdrängt. Dies begann 1833, als Heinrich Laube (1806–1884), deutscher Schriftsteller und späterer bekannter Theaterleiter, einen Verriss über Ortlepps Schriften in der ››Zeitung für die elegante Welt‹‹ abdrucken ließ. Laube beendete damit Ortlepps literarische Karriere in Leipzig und zerstörte seinen Ruf als ernst zunehmender Dichter in Deutschland. Schon zuvor beobachtete die Zensur in Sachsen, Preußen und im Deutschen Bund Ortlepps Aktivitäten und Schriften. 1834 fiel schließlich sein Werk ››Lyra der Zeit‹‹ der preußischen Zensur zum Opfer. Als Ortlepp dann 1835 sein Pamphlet ››Fieschi‹‹ veröffentlichen ließ, veranlasste Clemens Wenzel Lothar von Metternich (1773 – 1859), einer der führenden Regierungsmänner Europas zur damaligen Zeit, persönlich die Verfolgung und das Verbot des großen Gedichts. 1836 wurde Ernst Ortlepp schließlich aus Leipzig ausgewiesen. Alle seine Werke fielen der Zensur zum Opfer.
Das Schicksal des zu Unrecht vergessenen Dichters trug wesentlich zur Entstehung der Ernst-Ortlepp-Gesellschaft bei. Die Gesellschaft setzt sich seit zehn Jahren außerordentlich dafür ein, das Werk des Autors und die Orte seines Schaffens in den Fokus der Öffentlichkeit zurückzubringen.
Die bisherigen Erfolge und die Freude am ehrenamtlichen Wirken der Mitglieder der Ernst-Ortlepp-Gesellschaft waren beim diesjährigen Jubiläum besonders spürbar. Schon um 13 Uhr begann die Jahreshauptversammlung im kunst- und museumspädagogischen Zentrum ››Johannes Lebek‹‹ im Torhaus Schloss Moritzburg Zeitz, welche durch Roland Rittig, den ersten Vorsitzenden der Ernst-Ortlepp-Gesellschaft, eröffnet und durch Günter Koschig, Vorstandsmitglied der Ernst-Ortlepp-Gesellschaft, geleitet wurde. Die Zeit verging wie im Fluge. Roland Rittig lag es besonders am Herzen, zum Einstieg der Veranstaltung Briefe der abwesenden Mitglieder den Anwesenden mitzuteilen. Sie bekundeten ihr Bedauern und wünschten der Gesellschaft auch weiterhin Erfolg. Auf diesem Wege überließ Inge Buggenthin erfreulicherweise Ortlepps Übersetzung von Giovanni Boccaccios ››Dekameron‹‹ der Ernst-Ortlepp-Bibliothek. Auch Kai Agthe übergab einen überaus seltenen Gedichtband ››Das Siebengestirn der Kriegshelden‹‹ (Leipzig 1833). Des Weiteren spendete Christina Simon aus Weißenfels einen Linolschnitt zum Motto der Tagung, welche am Ende der Veranstaltung neben den Neuerscheinungen zu erwerben waren.


Roland Rittig


Kai Agthe vor dem Tagungsmotto

Im Verlaufe wurde die übliche Tagesordnung der Mitgliederversammlung besprochen und die besonderen Höhepunkte und Aktivitäten des letzten Jahres hervorgehoben. Roland Rittig erinnerte unter anderem an die Festveranstaltung am 17. August zum 210. Geburtstag des Dichters in Droyßig und an den Liederabend in Detmold am 27. Februar, bei welchem Werke von Clara und Robert Schumann gespielt und Texte Ernst Ortlepps gelesen wurden. Besonders stolz verkündete er auch die Herausgabe der zwei Neuerscheinungen, die anschließend in der öffentlichen Veranstaltung vorgestellt wurden. Ein weiterer erfreulicher Fortschritt ist die überregionale Vermarktung der Publikationen, die speziell durch den Mitteldeutschen Verlag zustande gekommen ist. Zudem gelang eine verbesserte Öffentlichkeitsarbeit durch eine besonders gute Zusammenarbeit mit der Presse. Rittig lobte die Aktualität und liebevolle Gestaltung der Internetseite der Gesellschaft, die dem Webmaster Helmut Walther zu verdanken ist. Sein abschließendes Fazit: „Die Tätigkeiten weiten sich aus“, unterstrich er mit der eindrucksvollen Metapher eines Steines, den man ins Wasser wirft. Diese wohlklingenden Worte sprechen für sich und stellen eine malerische Beschreibung für das vergangene und zukünftige Wirken der Ernst-Ortlepp-Gesellschaft dar. So beschrieb auch Christian Eger, Redakteur der Mitteldeutschen Zeitung Halle, die Ernst-Ortlepp-Gesellschaft als eine der aktivsten literarischen Gesellschaften von Sachsen-Anhalt.

[Artikel der Mitteldeutschen Zeitung vom 23.08.2010 von Christian Eger]

Anschließend berichtete Anne Usadel, Studentin des germanistischen Institutes der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, über ihre Vorgehensweise und den Stand der damit verbundenen Magisterarbeit ››Die Briefe Ernst Ortlepps. Eine Bestandsaufnahme und Vorarbeiten zu einer Edition‹‹, die durch die Ernst-Ortlepp-Gesellschaft gefördert und betreut wird. Den Abschluss der Mitgliederversammlung bildete eine Diskussion über die zukünftige Arbeit und neu anstehende Projekte für das nächste Jahr.


Anne Usadel, Autorin dieses Berichts

Anne Usadel: Briefe als Zeitzeugnisse – Das Dichterschicksal Ernst Ortlepps
Vorbericht zur Magisterarbeit ››Die Briefe Ernst Ortlepps.
Eine Bestandsaufnahme und Vorarbeiten zu einer Edition‹‹

Nach einer kurzen Kaffeepause begann um 15 Uhr die öffentliche, festliche Veranstaltung des Tages ebenfalls im Lebek-Zentrum, welche durch Kristin Otto, die Leiterin des Museums Schloss Moritzburg Zeitz, eröffnet und geleitet wurde.
Das erste Grußwort richtete Kai Agthe (Naumburg), Mitglied des deutschen PEN-Zentrums, an die zahlreich erschienenen Zuhörer. Er stellte den Dichter Ernst Ortlepp vor und sprach über die Gründung der Gesellschaft, wobei er betonte, dass es „wichtig ist, die Zusammenarbeit mit bildenden Künstlern“ zu stärken, wie jüngst das Engagement des bekannten Fotografen Thomas Steinert bereits bewiesen hat.
Ein zweites Grußwort sprach Gottfried Braasch (Wiehe), Vorsitzender des Ranke-Vereins Wiehe e.V. Braasch schlug einen Bogen von der bekannten Historiker- und Theologen-Familie Ranke zu Ernst Ortlepp. Er teilte seine Schulzeit in der Landesschule Pforta mit vier Söhnen Gottlieb Israel Rankes. Mit seinen abschließenden, zukunftsweisenden Worten: „Ich wünsche Ihnen Freude und Unermüdlichkeit am Erbe Ernst Ortlepps“, schloss er seinen Beitrag.


Kristin Otto


Kai Agthe


Gottfried Braasch

Die Festrede ››Ernst Ortlepp – mehr als nur irgendeine Gestalt im Meer der Geschichte?‹‹ hielt Prof. Dr. Hermann Josef Schmidt (Senheim/Mosel), Ehrenvorsitzender der Gesellschaft. Bereits zur Gründung der Gesellschaft vor zehn Jahren war er es, der mit seinem Vortrag ››Dichterschicksals Wolke‹‹ begeisterte. Herr Prof. Schmidt stellte seine Rede unter das Motto: ››Ich will der Nachwelt was zu kauen geben‹‹ und nannte sie ein „subjektives Plädoyer“, in welchem er die großartige Dichtung Ernst Ortlepps hervorhob. Die Rede wurde musikalisch umrahmt vom Zeitzer Bratschisten Miguel Angel Lucas mit einer Suite von Johann Sebastian Bach.
Danach wurden zwei neue Bücher präsentiert. Zum einen sprach Manfred Neuhaus (Dortmund) über sein Werk ››Können sie nicht alle dichten, wollen sie doch alle richten‹‹, das als 5. Band der Schriftenreihe der Ernst-Ortlepp-Gesellschaft im Mitteldeutschen Verlag Halle/Saale erscheint. Es ist dies die erste Wirkungsgeschichte der Werke Ernst Ortlepps; auf Basis eigener Forschungen in Bibliotheken und Archiven präsentiert Neuhaus Rezensionen, Zensurberichte sowie literarische Anzeigen, Meinungen und Erinnerungen, welche die unterschiedliche Aufnahme der Werke des Dichters spiegeln.
Zum anderen präsentierte Kai Agthe das Buch ››Dionysos war hier‹‹ des Leipziger Fotografen Thomas Steinert. Hierbei handelt es sich um einen beeindruckenden Foto-Essay über das Leben und Werk des Dichters Ernst Ortlepp. Es wird herausgegeben vom Museum Schloss Moritzburg Zeitz in Zusammenarbeit mit der Ernst-Ortlepp-Gesellschaft und erscheint im Verlag Pro Leipzig. Thomas Steinert zählt zu den bedeutendsten ostdeutschen Fotografen. Er erlangte mit seinem Bildband ››Connewitzer Welttheater‹‹ 2006 erstmals die öffentliche Aufmerksamkeit. Kai Agthe wies am Ende seiner Vorstellung des Werkes auf eine Porträtzeichnung hin, die aus dem Nachlass des Philosophen Friedrich Nietzsches stammt und eine unbekannte Person zeigt, die Ernst Ortlepp sein könnte. Damit löste er eine angeregte Diskussion aus. Schließlich klang die Veranstaltung bei einem geselligen Beisammensitzen und freudigen Revuepassieren mit Kaffee und Kuchen aus.


Hermann Josef Schmidt


Miguel Angel Lucas


Manfred Neuhaus

Die Ernst-Ortlepp-Gesellschaft ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten e.V., des Landesheimatbundes Sachsen-Anhalt e.V. und des Ranke-Vereins Wiehe e.V., durch welche sie besonders gefördert wird.
Für die freundliche Unterstützung des Ernst-Ortlepp-Tages 2010 war der Sparkasse Burgenlandkreis, der Gesellschaft zur Förderung des Schlosses Moritzburg Zeitz e.V. und der Druckerei Blochwitz zu danken.

„Die Gesellschaft ist allen Interessenten offen, die den Dichtern, Philosophen und Musikschriftstellern des 19. Jahrhunderts zugewandt sind.“
Informationen zum Dichter Ernst Ortlepp, zur Ernst-Ortlepp-Gesellschaft und auch zu den Rezensionen der neu erschienenen Bücher sind auf der Internetseite der Gesellschaft: www.ernst-ortlepp.de zu finden.

Bei Fragen und Interesse an den erwähnten Neuerscheinungen der Ernst-Ortlepp-Gesellschaft wenden Sie sich bitte an das:
Museum Schloss Moritzburg Zeitz
Schlossstraße 6, 06712 Zeitz
Telefon: (03441) 21 25 46
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr

Programm-Übersicht 2010

Download des Berichts als PDF

Festvortrag von Hermann Josef Schmidt (PDF)




Neu erschienen: Band 6 der Schriftenreihe der Ernst-Ortlepp-Gesellschaft
Manfred Neuhaus: „Ich dichtete so mancherlei, Unsterbliches war auch dabei.“

Der Autor schreibt zu seiner mit 509 Seiten sehr umfangreichen Neuerscheinung „Zu den Schriften von und über Enrst Ortlepp aus den Jahren 1822‒1864 und danach“:
„Während seiner Beschäftigung mit dem Schriftsteller und Dichter Ernst Ortlepp hat Manfred Neuhaus seit 2005 umfangreiches Material über ihn zusammengetragen und veröffentlicht. (www.stickes.de) Er setzte seine Recherchen fort und fand in den verschiedensten Publikationen immer wieder neue, bisher unbekannte Rezensionen und Beiträge von und über Ernst Ortlepp, die er gesammelt hat und hier vorlegt, um sie vor dem Vergessenwerden zu bewahren.“
Lesen Sie hier das Vorwort des Autors.

Inzwischen ist in der Mitteldeutschen Zeitung vom 17.12.2012 eine umfangreiche Besprechung dieses Buches erschienen; unter der Überschrift „Heine reicht die Hand“ stellt Christian Eger das Buch vor und urteilt: „Näher [...] wird man dem Künstler Ernst Ortlepp kaum kommen können.“ Hervorzuheben ist auch das abgedruckte (mutmaßliche) Portrait Ortlepps, das auf den Nachlass von Friedrich Nietzsche zurückgeht.
Hier können Sie die gesamte Rezension der MZ vom 17.12.2012 einsehen.
Und hier finden Sie den Text beim MZ-Web.




Band 5 der Schriftenreihe der Ernst-Ortlepp-Gesellschaft
Manfred Neuhaus: „Können sie nicht alle dichten, wollen sie doch alle richten.“

Manfred Neuhaus hat als Band 5 der Schriftenreihe der Ernst-Ortlepp-Gesellschaft im Mitteldeutschen Verlag Halle/Saale sein neues Buch herausgebracht mit dem Untertitel: „Ernst Ortlepp im Spiegel zeitgenössischer Meinung und Kritik.“
Der Autor hat eine Fülle von Rezensionen, Zensurberichten, literarischen Anzeigen, Erinnerungen und Meinungen über Ernst Ortlepp zusammengtragen, um zu dokumentieren, wie die Zeitgenossen auf Ernst Ortlepps Werke reagierten. Dem Leser wird die erste Wirkungsgeschichte der Werke des Droyßiger Dichters vorgelegt.

Lesen Sie dazu die Rezension von Kai Agthe: „In gewissem Grade der Begründer der neuern politischen Poesie“ ‒ Die zeitgenössische Kritik über die Dichtung Ernst Ortlepps.

Auch die Mitteldeutsche Zeitung vom 22.09.2010 schenkte dieser Neuerscheinung ihre Beachtung; lesen Sie den Bericht von Angelika Andräs!